Der Stoff, aus dem die Träume sind

Möbel in schöne Stoffe hüllen, sich geborgen fühlen, den Raum exklusiv ausstatten – das sind die Koordinaten, die Jordis ausmachen.

Verwinkelte Gässchen und prunkvolle Häuser. Hier wohnen die, die mitten in der Stadt die Ruhe des Landes genießen wollen. Eine kleine Straße schlängelt sich den Arenberg hinauf und führt in eine Welt, die von Wohlstand und Stil geprägt ist. Zwischen all den Prunkbauten steht eine imposante Villa, die ein besonderes Geheimnis der Stadt Salzburg birgt. Hinter den Mauern der Villa in Blassgelb verbirgt sich der Schauraum der Familie Jordis. Seit 57 Jahren werden hier die Dessins für die exklusiven Stoffmuster angefertigt und die fertigen Stoffe ausgestellt. Beim Betreten des Schauraums erkennt man das große Stilgefühl und die Liebe zu den Stoffen, die Andrea und Stefan Jordis in ihre Arbeit einfließen lassen. Der aktuelle Herr der Stoffe, Stefan Jordis, führt das Unternehmen in dritter Generation – sein Großvater, Hans Freiherr von Jordis, entdeckte seine Liebe zu den Modeln in den 30er-Jahren des vorigen Jahrhunderts. Der gebürtige Steirer kam im Jahre 1956, nach einem Zwischenstopp in Wels, nach Salzburg. Seitdem sind Jordis-Handdrucke unweigerlich mit Salzburg verwoben. Zur Zeit des Gründers wurden neben Bezugsstoffen für Möbel, Vorhänge und Kleider auch Servietten und Platzdeckchen hergestellt. Heute kann man bei Jordis edle Stoffe für Möbel und Vorhänge, Blusen und Dirndl, Bett- und Tischwäsche erwerben.

Unter den schon vorgefertigten Jagdmustern, filigranen Blümchendrucken, edlen, verschnörkelten Streifmustern und unendlichen Farbkombinationen findet jeder sein Lieblingsstück. Falls der Kunde doch nach einem noch nicht vorhandenen Muster verlangt, werden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um den individuellen Traumstoff zu erschaffen. Die Mustervielfalt ist enorm, alle heutigen Dessins gehen auf die damaligen Modeln zurück, die der Großvater aus dem alpenländischen Raum mitgebracht und in die eigene Sammlung aufgenommen hatte. Die einzelnen Modeln werden neu verbunden, in andere Muster gebracht und mit neuen Farben und Materialien verändert. „Mit den Farben und den Materialien lässt sich gut spielen“, sagt auch die heutige Hausherrin, Andrea Jordis. Mit immer neuen Farbkombinationen schlägt das Textildruck-Unternehmen eine Brücke zwischen ländlichen Mustern für kleine Jagdhütten und neuen Dessins für edle Stadtwohnungen. Jedes Muster hat seinen eigenen Namen – die Dekostoffe werden nach Ortschaften benannt und die Dirndlmuster bekommen Frauennamen. Die Namensgebung erfolgt meist sehr spontan, es gibt aber auch Muster, die schon seit Großvaters Zeiten so heißen und eine enge Verbindung zu ihrem Namen haben. Ein Möbelstück in einen Jordis-Überzug zu hüllen, gibt dem ganzen Raum gleich ein ganz anderes Flair – alles wird edler und wertvoller. Und auch die Dirndl oder Blusen in Jordis-Dessins sind heiß begehrt. Ein Dirndl aus Jordis- Stoff ist edel, aber nicht überheblich, sinnlich, aber nicht übertrieben.

Nicht nur in Österreich und Deutschland sind die Handdrucke sehr begehrt, auch in Übersee werden die edlen Stoffe gern gesehen.“ Manchmal kommt es vor, dass wir in ein Geschäft oder ein Wirtshaus kommen und einen Druck von uns finden.“ Weit gereist und sehr beliebt sind sie also – die exklusiven Stoffe. Kein Wunder, denn allein schon Vorhänge in Jordis-Dessins lassen Gemütlichkeit in jeden Raum einziehen. Zur Zeit des Großvaters von Jordis wurden die Druckmodeln noch von den Model-Stechern mit der Hand geschnitzt und die Stoffe händisch bedruckt. Heute, sagt Stefan Jordis, würde das der Nachfrage nicht genügen – die Muster werden nach den alten Handdruck-Modeln am Computer entwickelt und dann in verschiedenen Drucktechniken in Österreich und Deutschland gedruckt. Mit den technischen Fortschritten hat sich auch das Farbenspektrum verändert – viele Farben müssen heute anders komponiert werden, damit der Facettenreichtum erhalten bleibt. Dennoch geht ihnen nichts an Wert oder Stil verloren – die Stoffe vermitteln edle Geborgenheit.

Die Frage der Nachfolge lässt Stefan Jordis noch offen, er sagt, er wolle seine Kinder auf keinen Fall in das Unternehmen drängen, aber die Tradition der Jordis-Drucke werde sicherlich weitergeführt.

Ideen haben Stefan und Andrea Jordis genug – zukünftigen Edel-Stoffen steht nichts mehr im Weg. „Wir haben eine ganze Kiste voller Ideen, aber die wurde derweil erst mal wieder zugemacht“, sagen die zwei. Man darf also gespannt sein.