Wieso es ein Bekenntnis zum Kaffeehaus braucht. 

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Wann sind Sie das letzte Mal im Kaffeehaus gesessen? Lange her? Sie sind nicht allein. Ein kurzer Blick nach Wien zeigt die Folgen. Vor gut 100 Jahren gab es in der österreichischen Bundeshauptstadt noch an die 600 Kaffeehäuser. Mittlerweile sind es nur noch etwa 130. Gerade einmal die Hälfte davon kann man noch als wirkliche Traditionshäuser bezeichnen. Das Wiener Kaffeehaussterben stellt eine besorgniserregende Tendenz dar. Wieso es ein Bekenntnis zum Kaffeehaus braucht:

Das Kaffeehaus ist ein Stück österreichische Identität
Unsere Salzburger Kaffeehäuser prägen unsere Stadt, schaffen Identität und strahlen mit dem einzigartigen, zeitlosen Charme, der unsere Stadt definiert. Tradition ist nicht ersetzbar. Sie muss sich zwar immer wieder neu interpretieren, darf im Kern ihres Seins jedoch bestehen bleiben. Sie ist ein Stück Zeitgeist, ein Stück Geschichte mit international hohem Wert, für den es sich zu kämpfen lohnt.

Ein Ort des Zusammenkommens – mit anderen oder für sich alleine
Ist das Kaffeehaus für die einen wie ein Wohnzimmer, in dem man gute, alte Bekannte trifft, so ist es für die anderen einfach schön sich für ein paar verfliegende Stunden hinzusetzen, zu lesen und nachzudenken. Dazu gibt es auch ein passendes Zitat:

Im Kaffeehaus sitzen Leute, die allein sein wollen, aber dazu Gesellschaft brauchen. “ – Alfred Polgar

Das ist ein schönes Zitat. Ist das Kaffeehaus doch eigentlich ein Vorläufer der heutigen Sozialen Medien. Im Grunde sitzen wir auch alle zu Hause alleine vor dem Screen, scrollen rauf und runter, sind allein, aber dann doch irgendwie nicht. Der Unterschied zum Kaffeehaus ist: Ich zahle meinen Kaffee und nicht mit meinen Daten. Das ist doch ein Angebot?

Innovationskatalysator mit Stil
Hervorragende Werke von dauerhaftem Wert sind in Kaffeehäusern schon entstanden. Wieso haben wir das aus den Augen verloren? Die Zeiten haben sich geändert. Kaffeehäuser gehören nicht mehr nur Schriftstellern und Philosophen. Schon längst hätte es eine Kaffeehausrevolution geben müssen. Zum Arbeiten muss man sich schon lange nicht mehr in langweiligen, sterilen Büros herumschlagen. Eine gemütliche ruhigere Ecke im Kaffeehaus tut es auch. In Zeiten in denen wir zu jederzeit und überall Internetzugang haben, gibts keine Ausreden. So können wir das Kaffeehaus auch wieder zu einem Ort der Arbeit und der Innovation machen. Das hat richtig Stil.

Hat das gute alte Kaffeehaus ausgedient?
Nein, unsere Kaffeehauskultur hat einen hohen Wert, vor allem für uns Salzburger. Wir haben sie die letzten Jahre allerdings vernachlässigt. Und das muss uns bewusst werden. Wir sind verantwortlich für den Stil und den Wert unserer Stadt. Es braucht ein klares Bekenntnis zum Kaffeehaus. Denn verlieren wir unsere Kaffeehäuser, verlieren wir ein Stück Geschichte, Bedeutung und Einzigartigkeit.

Gehen Sie wieder einmal bewusst ins Kaffeehaus!

 

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