Wachgeküsst: die geheimnisvolle Schönheit Salzburgs

Dornröschenschlaf war einmal – heute ist die Steingasse absolut „in“.

Entlang des Kapuzinerberges windet sich eine historische Kopfsteinpflasterschneise, die mit einem besonderen Flair aufwartet. Die Steingasse ist eine symbiotische Verbindung zwischen Geschichte und modernem Zeitgeist. Ein Treffpunkt für wahre Kenner: ob für Freunde der Kulinarik, Anhänger der Nachtkultur oder Geschichtsinteressierte. Dieses Schmuckstück bietet cooles Wohnen in perfekter Lage – für Leute mit einem Hang für die ganz besonderen Momente im Leben …

Ihren Namen hat das wahre Kleinod der Stadt vom Fels des angrenzenden Kapuzinerbergs, auf welchem die Häuser der Gasse stehen. Im Mittelalter war die Steingasse eine reine Handwerkersiedlung. Hier fand man die Wirtschaftszweige, die sich des Salzachwassers bedienten, wie Gerber, Weber, Färber und Hafner. Und so verwundert es nicht, dass der Unterschied zwischen der prunkvollen linksseitigen Bischofsstadt und der rechtsseitig gelegenen engen Häuserschlucht größer hätte nicht sein können. Heute ist die Gasse ein absoluter Geheimtipp – nicht nur Nachtschwärmer. Häuser, früher durch die Feuchtigkeit des Berges dem Verfall geweiht, wurden aufwendig renoviert und präsentieren sich heute in einer besonderen geschichtlichen Aura, die diesem ursprünglichen Teil der Stadt so geheimnisvoll innewohnt. Hier findet man einen Lebensraum, der begeistern kann, zu jeder Jahres- und zu jeder Tageszeit! Denn einerseits bietet die Gasse durch ihre Lage Ruhe und Abgeschiedenheit, andererseits lässt sie aber auch die Nähe zum barocken Zentrum mit seinem pulsierenden Leben nicht vermissen.

Eine Rarität, die keinem entgeht.
Die Steingasse macht ihrem illustren Standort alle Ehre: die „coole“ Adresse ist auch Heim für schicke Häuser. Kenner wie Liebhaber finden hier Stadtresidenzen, manche auch mit allem erdenklichen und zeitgemäßen Luxus. Die Steingasse ist der perfekte Ort für den, der das Besondere liebt. Hier kann man den Charme der Umgebung spüren: mit bezaubernden Gebäuden, eleganten Kulinarikmöglichkeiten und manch atemberaubendem Ausblick auf die Salzach und die dahinter liegende Altstadt. Die Besonderheiten und die altertümliche Ästhetik der verschlungenen romantischen Pfade des Gässchens sind immer auch ein wenig Geheimnis und offenbaren sich nur dem, der nach ihnen sucht. So weist ein in den 30er-Jahren angebrachtes kleines Schild den Aufstieg in lohnende Höhen über die sogenannte Imbergstiege. Diese wurde bereits im 14. Jahrhundert erwähnt. Dem wachen Betrachter fallen am Aufstieg zwei weitere Tafeln auf, die jede ihre eigene Geschichte tragen. Ein Gedenkschild weist auf das Geburtshaus des Textdichters von „Stille Nacht, heilige Nacht“, Joseph Mohr hin. Diese Tafel geht aber auf einen bei der Hausbewohnererhebung unterlaufenen Irrtum zurück. Tatsächlich wohnte der Dichter einige Häuser weiter stadtauswärts. Das zweite Schild erinnert an ein Ereignis aus dem Jahr 1765, als welchem ein Teil der Stiege abrutschte und einstürzte. Den Opfern zum Gedenken wurde die Inschrift angebracht. Ist man den Weg über die Stiege nach oben gegangen, eröffnet sich einem ein schier atemberaubender Blick über die Stadt, die sich in jedem Licht und zu jeder Jahreszeit von einer anderen, noch schöneren Seite zu zeigen scheint.

Gasse in Ekstase.
Wer viel will, der bekommt hier auch viel! Denn die Steingasse bietet zu jeder Jahreszeit etwas: Im Sommer bezaubern die Sonnenstrahlen, die zwischen den Häusern hindurchfallen und der Schönheit der alten Kopfsteinpflasterung zu neuem Glanz verhelfen. Fasziniert steht auch jeder, der durch das Steintor tritt und die Aussicht auf die Salzach und die Kulisse der Altstadt genießt.

Die beste Gelegenheit, die geschichtsträchtigen Häuser und geheimnisvollen Ecken im Sommer zu entdecken, ist das Steingassenfest. Fast zu einem Kunstprojekt erhoben, schwappen die Liebhaber dieses Festes vom Vormittag bis in die Nacht hinein durch ein Meer aus Farben, Gerüchen, Musik und Lachen. Und schon kann man ihn spüren: den Zauber der Vergangenheit … Dieser findet immer mehr Anhänger. Warum? Weil er sich im Kopf einnistet, in den Ohren klingt, nachhallt. Weil man hier, inmitten der alten Mauern und im Schatten des Berges, den Herzschlag der Stadt spürt. Und dieses Gefühl lässt sich nicht mehr abschalten.

Hier findet jeder Topf seinen Deckel. Hat man den Sommer in der Steingasse schon genossen, darf man sich erst recht auf den Winter freuen! Denn dann erfüllt die Gasse Sehnsüchte nach alten Kindertagen – wenn man in den Fenstern der antiken Läden ganz besondere Buchschätze oder wunderbare Musikalben entdeckt und ein paar Meter weiter aus einem Garagentor mit einigen Sitzplätzen davor, schon wohlige Düfte von selbst gemachtem Weihnachtspunsch durch die Lüfte ziehen. Denn auch kulinarisch ist die Steingasse einzigartig: Auf nur wenigen Metern finden sich Weinverkostungen in kleinen Lokalen, hochwertige Speisen in antiken Mauern oder die Möglichkeit einer Zusammenkunft mit Freunden im Wohnzimmerambiente. Eben alles sehr privat, nicht touristisch – was die Besonderheit dieses Kleinods ausmacht.

Gleich am Anfang der Steingasse befindet sich die kleine Cocktailbar „Pepe“. Das Lokal hat seinen ganz eigenen, warmen Stil. Viele der Gäste kennen sich und die Betreiber – man begrüßt sich mit Bussi links, Bussi rechts – sowie die Atmosphäre sind familiär, fast wie in einem mexikanischen Wohnzimmer. Folgt man der Gasse weiter hinauf, wird man olfaktorisch zielsicher in die wohl beste Shrimps-Küche der Stadt geführt: die „Shrimps Bar“. Wer die kleinen Seetierchen liebt, wird hier einziehen wollen! Geschmacklich werden die Gäste in einer Welt zwischen Symphonie, Arie und Finale willkommen geheißen. Und wahrlich: Wer die „Shrimps in der Hand“ einmal probiert hat, erkennt sofort, warum man in dieser Stadt Musik so verehrt. Ausgelassene Nächte enden meist im „Saitensprung“. Die kleine, aber feine Tanzbar fasziniert durch das höhlenartige Ambiente, das den Häusern in der Steingasse so exklusiv innewohnt. Die große Musikauswahl in gesprächsfreundlicher Lautstärke sowie gute Drinks ziehen jedes Wochenende ein sehr gemischtes Publikum an.

Wem eher nach einem Wein in relaxter Atmosphäre ist, der wird das „Fridrichs“ lieben. Die Bar ist der Geheimtipp für österreichische Weinkultur. Hier finden sich österreichische Weinspezialitäten der ganz besonderen Art und Chef Ferdinand steht persönlich hinter der Bar und macht jeden Abend zu einem tollen Erlebnis. Nirgendwo sonst kann man den Tag besser ausklingen lassen und dabei nicht nur den Gaumen, sondern auch die Seele verwöhnen. Ein besonderer Tipp: Der Wodka Grapefruit hat bis jetzt noch jeden zum Schwärmen verleitet! Ist man Anhänger klassischer Musik und fasziniert von den jährlich wiederkehrenden Festspielen, dann sollte man den Platz für Genießer, das „Köchelverzeichnis“, unverzüglich aufsuchen. Das Restaurant ist eines der besten kleinen Lokale in Salzburg und wartet mit einem gemütlichen großen Tisch auf, der für Freundesrunden wie geschaffen ist. Spezielle Gerichte wie italienische Snacks und dazu ein guter österreichischer Wein verschmelzen mit der klassischen Hintergrundmusik zu einem Erlebnis, das man nicht mehr missen möchte.

Wer es etwas szeniger liebt, der sollte im „Maier’s“ reservieren. Das wunderschöne Lokal ist das In-Restaurant der Steingasse. Familie Maier führt die Kulinarikstätte mit viel Engagement und Liebe zum Detail. Und wer durch das Ambiente noch nicht staunend still sitzt, der wird es spätestens beim Anblick der kleinen Schiefertafel, auf welcher die Speisekarte präsentiert wird. Denn nur hier findet man das „best steak in town“ und beim Genuss des Beef Tartar schwinden einem fast die Sinne vor lauter Wonne. Im Sommer kann man vor dem Lokal auf kleinen, feinen Sitzmöbeln, fast schon im italienischen Stil, direkt in der Gasse in der Sonne dinieren.

Für urige Stunden sorgt die „Andreas Hofer Weinstube“. Unter den Salzburgern ist sie seit vielen Generationen nur als „Andi Hofer“ bekannt und beliebt. Das Lokal zählt zu den traditionsreichsten der Stadt. Mit seiner über 100-jährigen Geschichte kann es mit seiner bürgerlichen Küche auf viele verwöhnte und zufriedene Gaumen verweisen. Auch heute kann man hier noch tradi-tionell speisen: Denn nicht nur die Umgebung lässt einen Abstand vom Alltag gewinnen, auch die österreichische Küche mit all ihren beliebten Schmankerln lässt einen glatt Raum und Zeit vergessen.

den dann genossen, fällt meist noch das moderne Gebäude rechter Hand von „Maier’s“ auf. Flankiert von mittelalterlichen Häusern beschreibt die Konzeption des fast vollständig verglasten Baus charmant den Zusammenhalt moderner und alter Strukturen der geschichtsträchtigen Gasse. Für den Betrachter ist es wie ein architektonisches Statement, das sich mit einem Fitnessstudio und First-Class-Wohnungen eindrucksvoll präsentiert. Den ehrwürdigen Abschluss der Gasse aber bildet der sogenannte Engelwirtsbrunnen, welcher im 17. Jahrhundert bei der alten St.-Andreas-Kirche stand und später, um 1890, an die heutige Stelle verlegt wurde. Geschaffen hat diese wasserführende Schönheit der Bildhauer Andreas Götzinger. Rückblickend kann jeder nach einem Gang durch die Steingasse sagen: Sie ist ein beeindruckendes, von mittelalterlicher Architektur geprägtes und über jedes Jahrhundert am geschäftigen Treiben erhaltenes Kleinod, das niemanden loslässt. Hier spürt man den Stil der Stadt – in jeder Pore und zu jeder Zeit. Denn die Gasse spiegelt den Charme Salzburgs wider und zeigt in jedem Winkel die altertümlichen, aber auch modernen Elemente der Musikstadt und macht diesen Platz so zu einem der schönsten und coolsten Wohnlagen.