Artikel zum Thema Luxusimmobilien aus den Salzburger Nachrichten

Ganz oben ist die Luft dünn

„Der Markt für Luxusimmobilien in Salzburg ist stabil. Verunsichert werden mögliche Käufer eher durch die politischen Diskussionen über neue Steuern.

Alexander Kurz weiß, welche Dinge wirklich reiche Menschen bevorzugen und vor allem, was sie nicht mögen: „Das Interesse von EU-Bürgern, sich etwa in Salzburg niederzulassen, ist zuletzt geringer geworden. Das liegt vor allem an den politischen Diskussionen um die Vermögenssteuern.“ Solche Faktoren führten zu einer Verunsicherung der Klientel, die dann lieber in die Schweiz ausweicht. „Noch vor ein paar Jahren ist der Chef eines internationalen Konzern samt Familie und Firmensitz nach Salzburg gezogen, das ist heute kaum mehr möglich“, erklärt Kurz.

Das bedeutet zwar nicht, dass Luxusobjekte im Raum Salzburg jetzt leerstehen, „solche Steuerdiskussionen schrecken aber manche ab“. Generell sei durchaus eine gewisse Zurückhaltung im Markt „ganz oben“ festzustellen, ergänzt Clemens Kurz, der, ebenso wie sein Bruder Alexander Benedikt, gerade in die Fußstapfen des Vaters tritt.

Bei Objekten ab zehn Millionen Euro ist der Markt demnach eher statisch. Anders sieht es im Bereich von Liegenschaften zwischen zwei und drei Millionen Euro aus. „Das läuft relativ gut“, bestätigt Kurz sen. Er sieht auch keine „Blase“ auf Salzburg zukommen, am ehesten noch im Bereich der Grundstücke. „In Gegenden wie Nonntal, Morzg oder Riedenburg erreichen die Grundstückspreise schon 1.200 Euro/m² und mehr“, sagt der Experte. Das liege vor allem daran, dass es faktisch keine Baugrundstücke in der Stadt Salzburg mehr gebe. Und wer in dieser Kategorie Grundstücke nachfragt, redet nicht von 800 Quadratmetern, sondern von einigen Tausend, oft schon mit einer Liegenschaft drauf. Doch gerade in der Stadt kann das Grundstück auch kleiner sein, solange die Lage stimmt. Und dazu gehören die bereits erwähnten Stadtteile Nonntal, Morzg und Maxglan ebenso wie Leopoldskron, Elsbethen und Anif. „Gerade Anif ist eine eigene Community“, weiß Kurz.

Außerhalb der Stadt ist es vor allem das angrenzende Salzkammergut, das Begehrlichkeiten weckt, vor allem wenn es sich um Seeliegenschaften handelt. Kurz: „Wir suchen verzweifelt nach Objekten in St. Gilgen oder Strobl. Der Wolfgangsee ist sehr gefragt, der Attersee ist ohnehin ein Dauerbrenner.“

Wer lieber in der Stadt bleibt und kein eigenes Haus mehr möchte, etwa aus Altersgründen, kann auch auf ein Penthouse ausweichen. Doch hier wurde in den vergangenen Jahren von den Bauträgern stark am Markt vorbei produziert. Denn nicht jede Dachwohnung oder Maisonette ist ein Penthouse, das die entsprechenden Preise rechtfertigt. Kurz: „Hier werden Kaufpreise verlangt, die nicht erzielbar sind.“ Salzburg sei nicht groß genug für so viele Penthouses. „In guter Lage geht das schon, aber dann muss es zwischen 150 und 200 Quadratmeter Wohnfläche haben in einer Toplage und mit entsprechender Qualität“, erklärt der Experte. Meist sind dieseWohnungen auch nicht für Familien gedacht, oft sind es ältere Kunden, die ihr Haus verkaufen und lieber ein Penthouse bewohnen.

Zweitwohnsitze mit Blick über Salzburg – Historisches Brauhaus in Guggenthal

Am Fuße des Gaisbergs entsteht derzeit ein für Salzburger Verhältnisse beinahe einzigartiges Objekt. Dort errichtet die Projekt Koppl Entwicklungs GmbH quasi über den Dächern der Mozartstadt die Wohnanlage „The View² –Wohnen über Salzburg“, entworfen von dem renommierten Salzburger Architekturbüro kofler architects.

Das Projekt umfasst qualitativ hochwertige, aber dennoch finanzierbare Eigentumswohnungen für Singles, Paare und Familien. Das nur etwa einen Kilometer von der Kulturstadt Salzburg entfernt gelegene, 17.000 Quadratmeter große Areal ist das einzige im Salzburger Zentralraum, das auch für Zweitwohnsitze gewidmet ist.

Der erste Bauabschnitt besteht aus 53 Wohnungen. Geplant sind Zwei- bis Vierzimmerwohnungen in der Größe von 45 bis 120 Quadratmetern, die über Gärten, Balkone oder großzügige Terrassen verfügen. Der Baubeginn erfolgt im Herbst 2014.
Obwohl die villenartigen Häusermitten im Grünen liegen, ist die historische Salzburger Altstadt mit ihren zahlreichen architektonischen Juwelen in nur 15 Minuten erreichbar. Buchstäblich vor der Haustür liegt auch das Salzkammergut, dessen Berge und Seen mit einer Vielzahl an Sport- und Freizeitangeboten locken.

Das moderne dörfliche Wohnkonzept der Anlage orientiert sich an Mozartthemen. Die Protagonisten von Mozarts großen Werken wie Don Giovanni oder Papagena geben den einzelnen Villen ihre Namen.

Die unterschiedlichen Höhen der Baukörper und die Hanglage ermöglichen aus allen Ebenen einen freien Blick auf die Stadt Salzburg im Westen und den Gaisberg im Süden. Die gesamte Anlage wird oberirdisch verkehrsfrei sein und damit eine hohe Wohn- und Lebensqualität bieten. Bei der Wahl der Baustoffe wird größter Wert auf ökologische Aspekte gelegt, auch sollen die Häuser auf nachhaltige und ressourcenschonende Weise mit Energie versorgt werden.

Die Besonderheit dieses Projekts ist die Möglichkeit der Nutzung als Haupt- oder Zweitwohnsitz. Das ist eine absolute Seltenheit in unmittelbarer Nähe zur Stadt Salzburg. Wird die Wohnung als Hauptwohnsitz genutzt, bleibt die Zweitwohnungswidmung erhalten. Im Falle eines Wiederverkaufs vergrößert sich damit der Käuferkreis erheblich.

Im Bundesland Salzburg ist die Nutzung einer Wohnung als Zweitwohnung mit wenigen Ausnahmen nur in ausgewiesenen Zweitwohngebieten zulässig. Mit 1. November 2012 wurde das Salzburger Grundverkehrsgesetz diesbezüglich noch einmal verschärft. Eine unzulässige Zweitwohnungsnutzung ist mit hohen Geldstrafen belegt und kann die Zwangsversteigerung der Wohnung zur Folge haben. Diese Bestimmungen gelten für Österreicher und andere EU-Bürger gleichermaßen.

In Nachbarschaft zu dem in konkreter Planung befindlichen Projekt findet sich das Brauhaus in Guggenthal, das ebenfalls zum Verkauf steht. Dabei handelt es sich um das alte denkmalgeschützte Braugebäude, das 1864 von Valentin Ceconi auf einer Grundstücksfläche von fast 20.000Quadratmetern errichtet wurde und eine Bruttogeschoßfläche von 300 Quadratmetern aufweist. Die Brauerei schloss 1916 ihre Pforten, später wurde das Gebäude als landwirtschaftlicher Betrieb genutzt. Im Erdgeschoß finden sich noch die beeindruckenden Gewölbe, die sich teils bis in die Obergeschoße ziehen.“

Bernhard Schreglmann, Festspiel-Spezialausgabe der Salzburger Nachrichten am 19. Juli

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